Vertrauen Und Beschreiten: Der Weg, Den Gott Öffnet

Der HERR wird für euch streiten, und ihr sollt stille sein! 2. Mose 14:14
Wenn sie euch aber hinführen und überliefern werden, so sorget nicht zum voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch zu jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist. Markus 13:11
Charles Spurgeon

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Charles Spurgeon

Zusammenfassung: Meine lieben Freunde, wenn menschliche Findigkeit versagt und wir uns in völliger Hilflosigkeit befinden, genau dann spricht Gott und ruft uns zu einem dynamischen, vom Geist erfüllten Gehorsam. Er gebietet unser Vertrauen – manchmal durch trotziges Schweigen, manchmal durch das Beschreiten des wundersam geöffneten Weges oder indem wir das Wort sprechen, das Er uns gibt. Unsere wahre Freiheit liegt nicht in panischem Aktivismus oder Quietismus, sondern darin, den nächsten Schritt eines empfänglichen Gehorsams zu erkennen und zu tun, den Er in jeder Stunde ermöglicht.

Meine lieben Freunde, habt ihr es nicht gespürt? Jenen erschütternden Moment, in dem ihr sozusagen zwischen einem sich nähernden Feind und einem unpassierbaren Meer steht, genau das Bild Israels am Roten Meer! Aller menschlicher Erfindungsgeist versagt. Unsere klugen Pläne zerbrechen, unsere Kraft schwindet, und die Illusion der Kontrolle zerfällt zu Staub. Oh, die Panik, die das Herz ergreift und uns zu verzweifelter Selbstrettung oder hoffnungsloser Anklage drängt!

Doch genau in *solche* völlige Hilflosigkeit spricht unser Gott! Nicht, um uns in träger Untätigkeit zum Schweigen zu bringen, sondern um uns zu einem dynamischen, vom Geist erfüllten Gehorsam zu rufen. Er donnert: „Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet still sein!“ Merkt euch das gut! Dieses „Stillsein“ ist keine passive Resignation, sondern ein tiefgreifender, trotziger Akt des Vertrauens – ein Ende unseres angstgetriebenen Lärmens, eine Absage an unsere armseligen menschlichen Lösungen, ein Glaubensakt, der erklärt, dass nur Gott unsere Zukunft bestimmen wird.

Doch die Geschichte endet nicht in Stille! Sofort ertönt der Befehl: „Redet mit den Kindern Israel, dass sie weiterziehen!“ Ach, Geliebte, der Weg wird dann wundersam geöffnet, und sie gehen durch die mächtige Tiefe auf trockenem Grund. Sie haben den Weg nicht *geschaffen*, nein! Aber sie *gingen* ihn. Ihr Schweigen entwaffnete die Panik; ihr Weiterziehen verkörperte Vertrauen. Gottes Handeln mindert unsere Rolle nicht; es ordnet sie neu und befähigt sie!

Bedenkt auch die Jünger, die feindseligen Räten gegenüberstanden. Jesus verhieß: „Macht euch keine Sorgen im Voraus, was ihr reden sollt; denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Heilige Geist.“ Was für eine radikale Gewissheit! Nicht ein Verlust der Stimme, sondern die göttliche Möglichkeit, die Wahrheit in völliger Verletzlichkeit zu sprechen, befähigt durch den Hauch Gottes selbst.

Das ist die herrliche Wahrheit, Brüder und Schwestern: Gottes Kraft und unser Handeln stehen niemals im Widerstreit! Er nimmt uns die unmögliche Last, unser eigenes Heil zu sichern oder unsere Treue zu garantieren. Weil ein Weg geöffnet ist, können unsere Füße gehen. Weil ein Wort gegeben ist, können unsere Münder sprechen! Das ist empfänglicher Gehorsam – ein heiliger Tanz, bei dem wir nicht vorgeben, Meere zu teilen oder Könige zu befehlen, sondern wir *treten* auf den Weg, den Er öffnet, und sprechen das Wort, das Er gibt.

Lasst uns also sowohl panischen Aktivismus als auch spirituellen Quietismus ablegen. Die Frage ist nicht: „Soll ich handeln oder warten?“, sondern: „Welche spezifische Form des Gehorsams eröffnet Gottes Zusage in *dieser* Stunde?“ Manchmal ist es Stille; manchmal ist es ein Vorwärtsschreiten. In unserer Unfähigkeit macht Gott Treue möglich. Lasst uns dann mit demütigem, gewissem Herzen den nächsten empfangenen Schritt tun, denn darin liegt unsere wahre Freiheit!

(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)