Oh, Der Herrliche Tausch!

weil sie den Kindern Israel nicht mit Brot und Wasser entgegenkamen, sondern den Bileam wider sie dingten, damit er sie verfluche; aber unser Gott verwandelte den Fluch in Segen. Nehemia 13:2
Christus hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns wurde; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holze hängt«, Galater 3:13
Charles Spurgeon

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Charles Spurgeon

Zusammenfassung: Geliebte, obwohl wir einst aufgrund unserer Sünde unter dem gerechten Fluch des Gesetzes standen und verurteilt waren, hat Gott einen herrlichen Tausch bewirkt. Unser Herr Jesus Christus wurde am Kreuz selbst zu diesem Fluch für uns, indem Er das göttliche Gericht auf sich nahm. Durch Sein vollendetes Werk sind wir ewig gesegnet und in Gottes Familie willkommen, wodurch jede Trennwand zerbrochen wurde.

Ach, Geliebte, habt ihr je vor dem Schatten eines Fluches gezittert? Die große Geschichte Gottes mit Seinem Volk ist stets ein Zeugnis Seiner Macht, die böse Absicht selbst in einen Quell des Segens zu verwandeln! Wir sehen es schon in alter Zeit: Bileam, angeheuert, um einen Fluch über das schutzlose Israel zu schleudern, fand seine Zunge durch göttlichen Befehl gebunden, nichts als Segensworte sprechend! Gott, in Seiner souveränen Macht, schützte Sein Bundesvolk, indem Er wahrlich einen Zaun um sie legte. Es war ein mächtiges Werk, ein klares Zeichen, dass unser Gott für die Seinen kämpft und sie vor äußeren Feinden und fremden Schlingen bewahrt.

Aber oh, Brüder und Schwestern, ein größerer, heimtückischerer Fluch lag auf uns allen – nicht von einem angeheuerten Propheten, sondern vom heiligen Gesetz Gottes selbst! Das Gesetz, obgleich vollkommen, diente dazu, unseren völligen Bankrott zu offenbaren, unsere Unfähigkeit, gerecht vor einem dreimal heiligen Gott zu bestehen. Wir wurden nicht bloß von einem Fluch bedroht; wir standen unter einer gerechten, inneren Verurteilung, verurteilt durch unsere eigene Sünde, gerecht offenbart durch genau die Gebote, die wir nicht hielten. Eine wahrlich schlimme Lage! Wer könnte uns von diesem Leibe des Todes erlösen?

Hierin leuchtet die unvergleichliche Herrlichkeit unseres Erlösers auf! Gott lenkte diesen Fluch nicht bloß ab, noch zwang Er ihn mit einem Wort zum Segen. Nein! Er sandte Seinen eigenen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, um der Fluch für uns zu werden! „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.“ An jenem rauen Kreuz nahm Christus, das makellose Lamm, das volle, gerechte Gericht Gottes gegen unsere Sünde auf sich. Er, der keine Sünde kannte, wurde Sünde für uns! Er trug die unendliche Last, erschöpfte jeden Fluch, zahlte den vollen Lösepreis, damit wir für immer frei sein könnten.

Was für eine Wende! Wo einst Grenzen errichtet und Trennung verordnet wurden, zerschmettert Christi Kreuz jede Mauer und nimmt Heiden und Juden gleichermaßen in das innerste Herz von Gottes Familie auf. Der Segen, der Abraham verheißen wurde, dass alle Nationen durch seinen Samen gesegnet würden, überflutet nun die Erde! Wir werden nicht länger durch das Einhalten von Regeln oder das Aufrechterhalten künstlicher Trennungen definiert, sondern durch die radikale, grenzenlose Gnade Dessen, der verflucht wurde, damit wir ewig gesegnet sein mögen. Ruht denn in diesem vollendeten Werk! Es gibt keine Außenseiter in Christus, nur jene, die von Seiner unglaublichen Liebe ewig willkommen geheißen werden. Oh, der herrliche Tausch!

(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)