In Römer 12,13 wird das Konzept des Teilens mit den Nöten der Heiligen diskutiert. Das griechische Wort für Teilen deutet auf Gemeinschaft, Intimität und Identifikation mit denen hin, mit denen wir teilen.
Meine lieben Geschwister, Gottes alter Ruf, die Verletzlichen zu schützen, wurde von unserem Herrn Jesus zutiefst vertieft. Er lehrt uns, dass Taten der Güte, die den Hungrigen, dem Fremden und den Gefangenen erwiesen werden, nicht nur gute Taten sind, sondern Taten, die direkt an Ihm vollzogen werden.
Unser christlicher Glaube ruft uns zu einer tiefgreifenden, zweifachen Ethik für die Marginalisierten: der verbalen Fürsprache und der physischen Intervention. Das bedeutet, dass unsere Worte für Gerechtigkeit mit unseren Händen einhergehen müssen, die aktiv Barrieren der Ausgrenzung abbauen, was biblische Aufträge widerspiegelt, für die Stimmlosen zu sprechen und Hindernisse zu beseitigen.
Wenn wir jemandem in Not begegnen, mag unser erster Impuls Ärger sein. Doch sind wir von Gott beauftragt, Seine Vertreter zu sein.
Dem Nächsten nützlich zu sein, ist das schönste menschliche Werk und hat mit Liebe und Solidarität zu tun. Die christliche Tugend beinhaltet, den Schwachen umarmend zu begleiten und die Früchte der Liebe zu teilen.
Unser wahrer Glaube zeigt sich nicht in äußerlicher Pflichterfüllung, sondern in tiefer Hingabe an Gott, verbunden mit aktiver ethischer Verantwortung füreinander. Die Heilige Schrift ruft uns beständig dazu auf, die unterdrückenden Joche der Ungerechtigkeit und des Legalismus zu zerbrechen, während wir aktiv die erdrückenden Lasten unserer Mitmenschen tragen.
Gottes tiefe Fürsorge für Sein leidendes Volk, offenbart durch alte Klagegesänge, findet ihren höchsten Ausdruck im Neuen Bund. Nun, als unser barmherziger Hohepriester, tritt Christus innig in unsere menschliche Erfahrung ein, vollkommen mitleidend, um unsere Kämpfe von innen heraus zu verwandeln.
Alte Weisheit und apostolische Lehre rufen uns dazu auf, die Haushalterschaft anzunehmen und die uns anvertrauten göttlichen Ressourcen aktiv zu verwalten. Wir stehen an einem Scheideweg zwischen dem Weg der Vernachlässigung des Trägen, der unweigerlich zu Verfall und Ruin führt, und dem Weg der treuen Verwaltung des gewissenhaften Haushhalters.