Kein Anderes Ufer, Kein Anderer Anker

Laß mich frühe deine Gnade hören; denn auf dich vertraue ich! Tue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll; denn zu dir erhebe ich meine Seele. Psalmen 143:8
Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist! Johannes 6:68-69
Charles Spurgeon

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Charles Spurgeon

Zusammenfassung: Liebe Brüder und Schwestern, wenn die Stürme des Lebens in uns toben und der Weg unklar erscheint, muss unser wahrster Ruf sein, Gottes unerschütterliche Liebe zu hören und seinen Weg zu erkennen. Wie Petrus bekennen wir, dass es keinen anderen gibt, zu dem wir gehen sollen, denn Christus allein hat die Worte des ewigen Lebens. Lasst uns daher unsere Bundestreue nicht in unserem flüchtigen Verständnis verankern, sondern in Christus, dem standhaften Heiligen Gottes, unserem einzigen sicheren Ziel.

Ach, liebe Brüder und Schwestern in Christus, wie oft tobt der Sturm in unseren Seelen, selbst wenn draußen die Sonne scheint? Das Leben, mit seinen plötzlichen Böen und tückischen Strömungen, lässt uns oft aufschreien, ganz wie der Psalmist von einst, verfolgt von sichtbaren und unsichtbaren Feinden, verloren in einer geistlichen Nacht. Er flehte nicht um eine vollständige Karte seiner Flucht, noch um eine saubere Erklärung für seinen Schmerz. Nein! Sein tiefster Herzensschrei, geäußert bei Tagesanbruch, war dieser: „Lass mich deine beständige Liebe hören; zeige mir den Weg, den ich gehen soll, denn auf dich vertraue ich; denn zu dir erhebe ich meine Seele.“ Merkt wohl, Geliebte, sein Vertrauen wurde nicht durch Klarheit erworben, sondern war das Fundament, auf dem göttliche Führung gesucht wurde! Es ist in diesem täglichen Erheben unserer Seelen, diesem bewussten Sich-Stützen auf Gottes Bundestreue, dass unser wahrer Morgen anbricht.

Gehen wir die Jahrhunderte vorwärts, und siehe da, eine andere Szene, ein entscheidender Moment der Krise. Viele Schönwetter-Nachfolger kehrten unserem Herrn Jesus den Rücken zu, weil seine Worte zu „hart“ waren. Ach, wie schnell schmilzt die Menge dahin, wenn die Kosten der Nachfolge offenbart werden! Doch als Christus sich Seinen eigenen zuwandte und fragte: „Wollt ihr auch weggehen?“, artikulierte Petrus, mit tief verankertem Herzen, die erschallende Wahrheit für alle wahren Gläubigen: „Herr, wohin sollen wir gehen?“ Wohin sonst, in der Tat? Zu welcher kargen Philosophie, welchem leeren Versprechen, welchem Treibsand sollen wir fliehen? Er wusste, und wir müssen wissen, dass Christus allein „die Worte ewigen Lebens hat.“ Dies sind keine bloßen menschlichen Reden, sondern göttliche Äußerungen, erfüllt mit dem Geist Gottes, der unerschaffenes Leben vermittelt! Sein Bekenntnis gipfelte in dieser glorreichen Erklärung: „Du bist der Heilige Gottes.“

Lasst uns daher diese entscheidende Wahrheit in unseren Herzen festigen. In dieser lauten, verwirrenden Welt, entwickelt ein Ohr, um die Vorrangigkeit von Gottes heiligem Wort über alles andere zu hören. Wenn Zweifel angreifen und der Weg verhüllt erscheint, denkt daran, dass es wahrhaftig keinen anderen gangbaren Weg gibt. Außerhalb Christi ist alles nur eine geistliche Wüste. Wir sind nicht dazu berufen, jedes Detail und jede Nuance von Gottes Weisheit zu verstehen, bevor wir Ihm vertrauen; nein, Glaube geht dem vollen Verständnis voraus! Unsere Bundestreue, liebe Freunde, ist nicht in unserem flüchtigen Verständnis verankert, sondern in Christus selbst – dem standhaften Heiligen Gottes, dem Inbegriff von Gottes unzerbrechlichen Verheißungen. Lasst uns täglich seine Stimme suchen, unser Bedürfnis nach Kontrolle aufgeben und uns an Ihn klammern, unser ewiges Leben und unser einziges sicheres Ziel.

(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)