zu dem sprach er: Lauf und sage jenem Jüngling und sprich: Als offene Stadt soll Jerusalem bewohnt werden wegen der großen Menge von Menschen und Vieh in ihrer Mitte; — Sacharja 2:8
und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt und das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist; — 1. Korinther 1:28

Author
Charles Spurgeon
Zusammenfassung: Meine geliebten Freunde, was für ein großartiges Paradoxon sich entfaltet: Gottes Wahrheit offenbart Seine größte Macht, am strahlendsten zur Schau gestellt in unserer tiefsten Schwachheit. Obwohl wir uns vielleicht klein oder unbedeutend fühlen, wählt Er zielgerichtet die von der Welt Verachteten, nicht trotz unserer Geringheit, sondern gerade dadurch. Du bist Ihm zutiefst kostbar, mit göttlicher Fürsorge behütet, denn gerade in deiner Verletzlichkeit wird Seine großartige Herrlichkeit am triumphierendsten offenbart.
Meine geliebten Freunde, was für ein großes und herrliches Paradoxon sich vor unseren Augen in den heiligen Schriften entfaltet! Wir streben doch oft, nicht wahr? Bauen unsere kleinen Türme der Stärke, suchen Anerkennung, fürchten Verletzlichkeit, als wäre sie ein tödlicher Feind. Doch Gottes Wahrheit offenbart Seine größte Macht, am strahlendsten zur Schau gestellt in unserer tiefsten Schwachheit.
Betrachtet den alten Überrest im persischen Jehuda – eine bloße Handvoll, die ohne Stadtmauern wiederaufbaut, jedem feindseligen Blick ausgesetzt. Nach menschlicher Einschätzung waren sie nichts. Doch hört Jehovas donnernde Erklärung! Er verkündet: „Ich selbst werde ihr ringsum eine feurige Mauer sein und die Herrlichkeit in ihrer Mitte!“ Noch zärtlicher ruft Er: „Wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an!“ Meine Lieben, stellt euch das vor! Euer empfindlichster Teil, behütet mit göttlicher Eifersucht. Jede Beleidigung uns gegenüber, in unserem schwächsten Zustand, ist eine direkte, brennende Verletzung des Augapfels Seines eigenen unendlichen Blicks!
Jahrhunderte vergingen, bis zum stolzen Korinth. Was für Leute sammelte Christus dort? Nicht die Philosophen, nicht die Edlen, nicht die Weisen nach der vergänglichen Vorstellung dieser Welt! Nein, sondern die „Törichten“, die „Schwachen“, die „Niedriggeborenen“, die „Verachteten“ und jene, die die Welt für „nichts“ hielt! Gott erwählte sie zielgerichtet! Nicht trotz ihrer Geringheit, sondern gerade dadurch, um die Weisen gänzlich zuschanden zu machen und das, was ist, zunichte zu machen. Er zerschlägt die Altäre des menschlichen Stolzes mit den Werkzeugen seiner eigenen Verachtung!
Oh, welch ein Trost diese Wahrheit in unsere zitternden Herzen gießt! Fühlst du dich klein? Unbedeutend? Übersehen? Vielleicht erscheinen deine Verteidigungsanlagen zerbrechlich. Dann freue dich! Denn gerade in dieser empfundenen Schwachheit wird Gottes Stärke am triumphierendsten offenbart. Deine Verletzlichkeit ist keine Barriere; sie ist die Leinwand, auf der Er Seine großartige Herrlichkeit malt! Du bist Ihm zutiefst kostbar, behütet mit einer Fürsorge jenseits aller Vorstellung. Dein Wert wird nicht auf dem lauten Marktplatz der Welt geprägt, sondern in den stillen, ewigen Kammern Seiner erwählenden Liebe. Er stürzt die Systeme der Welt um, indem Er *dich* benutzt, um Seine allmächtige Kraft zu demonstrieren.
Darum erhebt eure Häupter, ihr Heiligen Gottes! Seid stark im Herrn und in der Kraft Seiner Macht. Denn Sein Auge ist auf euch, Sein Feuer umgibt euch, und Seine Herrlichkeit leuchtet durch euch. Amen.
(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)
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