Weinend kommen sie, und betend lasse ich sie wallen; ich will sie zu Wasserflüssen führen auf einer ebenen Straße, da sie nicht anstoßen sollen; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein Erstgeborener. — Jeremia 31:9
Und er hat in den Tagen seines Fleisches Bitten und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tode retten konnte, und ist auch erhört und befreit worden von dem Zagen. — Hebräer 5:7

Author
Charles Spurgeon
Zusammenfassung: Meine geliebten Brüder, unsere Tränen, ähnlich denen einer zerbrochenen Nation und selbst unseres gesegneten Herrn Jesus Christus, sind keine Zeichen der Schwäche, sondern mächtige Formen der Gemeinschaft. Denn unser Hohepriester opferte sein eigenes starkes Weinen und seine Tränen als heiliges Opfer, um einen Neuen Bund zu schmieden, der unser geistliches Exil beendet und unsere ewige Vergebung sichert. Lasst uns daher mit Freimütigkeit zu Ihm treten, wissend, dass in seinen Tränen unsere geheiligt sind, unsere Sünden bedeckt und unsere ewige Heimkehr für immer gesichert ist.
Meine geliebten Brüder, wie oft schüttet das schwere Herz seinen Kummer aus, nicht in beredten Worten, sondern im stillen Strom der Tränen? Wahrlich, das alte Buch des Trostes erzählt von einem Volk, einem geliebten Erstgeborenen, das aus den kargen Ländern des Exils zurückkehrt, dessen Weg nicht von triumphalem Sieg, sondern vom Ursprung bußfertiger Trauer und inbrünstiger Schreie gezeichnet war. Ein Gott, der erklärte: „Ephraim ist mein lieber Sohn … Ich werde mich seiner gewiss erbarmen!“
Doch, oh, haltet inne und bedenkt diesen göttlichen Wandteppich! Denn diese Tränen, diese verzweifelten Bitten einer zerbrochenen Nation, finden ihr tiefes und vollkommenes Echo in den „Tagen seines Fleisches“ – in unserem eigenen gesegneten Herrn Jesus Christus! Der Hebräerbrief lüftet den Schleier und zeigt uns nicht eine stoische Gottheit, sondern unseren Hohenpriester, den wahren Sohn Gottes, der Gebete und Flehen „mit starkem Geschrei und Tränen“ darbrachte! Denkt, Geliebte, an jene qualvolle Nacht in Gethsemane! Der Sohn tauchte ein in die tiefste menschliche Angst, konfrontierte das erdrückende Gewicht der globalen Sünde und opferte seine eigenen Tränen als heiliges, priesterliches Opfer für dich und für mich!
Was sagt uns das, liebe Heilige? Es sagt uns, dass unsere Tränen, unsere tiefsten Ängste, unsere verzweifelten Bitten keine Zeichen geistlicher Schwäche sind, sondern mächtige Formen der Gemeinschaft mit einem mitfühlenden Gott! Er fordert keinen emotionalen Stoizismus von seinen Kindern; Er selbst bestätigte unsere Trauer, indem Er weinte. Durch Seine Tränen ist unser geistliches Exil beendet. Seine qualvollen Schreie schmiedeten den Neuen Bund, sicherten unsere ewige Vergebung und unseren rechtmäßigen Platz als erwachsene Söhne und Töchter. Er triumphierte durch Leiden, nicht indem Er davon ausgenommen war!
So lasst uns mit Freimütigkeit unserem weinenden Hohenpriester nahen! Lasst uns niemals an der geistlichen Kraft unserer eigenen Schreie zweifeln. Denn in seinen Tränen sind unsere Tränen geheiligt, unsere Sünden bedeckt und unsere ewige Heimkehr für immer gesichert! Preis sei Seinem herrlichen Namen!
(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)
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