Er antwortete und sprach: Muß ich nicht darauf achten zu reden, was mir der HERR in den Mund gelegt hat? — 4. Mose 23:12
Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet; daß, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet. — Johannes 13:34

Author
Charles Spurgeon
Zusammenfassung: Meine lieben Freunde, wahrer Gehorsam ist weit mehr als nur äußerliche Pflichterfüllung; es ist das Lieben dessen, was Gott liebt, aus einem Herzen, das durch Seinen Geist verwandelt wurde. Obwohl Gott die Unwilligen tatsächlich nutzen kann, sehnt er sich zutiefst nach unseren freudigen, willigen Herzen, die überfließen von Seiner kostbaren, christuszentrierten Liebe. Lasst uns also nicht nur Seine Wahrheit sprechen, sondern Seine Liebe verkörpern, indem wir unser Leben zu einem lebendigen Zeugnis dieser herrlichen, unwiderstehlichen Liebe werden lassen.
Meine lieben Freunde, habt ihr jemals innegehalten, um das wahre Wesen des Gehorsams zu bedenken? Ist es lediglich äußerliche Pflichterfüllung, ein widerwilliges Nicken zum göttlichen Gebot? Ach, da ist ein Abgrund, eine tiefe Kluft, zwischen dem Tun dessen, was Gott sagt, und dem Lieben dessen, was Gott liebt!
Lasst uns, ich bitte euch, zurückdenken an die alten Ebenen Moabs. Dort stand Bileam, ein Mann mit echten geistlichen Gaben, ein Prophet, der die Stimme des Herrn wirklich hörte. Doch was trieb ihn an? Nicht Liebe zu Gott, sondern die glitzernde Münze der Habgier! König Balak heuerte ihn an, Israel zu verfluchen, doch Gott, in Seiner absoluten Souveränität, verschloss Bileams eigennützige Lippen und zwang ihn, nur Segnungen auszusprechen. Sogar ein stummer Esel hatte mehr Verstand als Bileams habgieriges Herz und wies ihn zurecht! Gottes Absichten, Geliebte, können nicht vereitelt werden, selbst wenn Er ein unwilliges Werkzeug benutzen muss. Doch Bileams tragisches Ende, der Israel des Gewinnes wegen verriet, beweist dies: Äußerlicher Gehorsam ohne ein erneuertes Herz führt nur ins Verderben.
Nun richtet euren Blick auf jenen geheiligten Obergemach, am Vorabend des Schreckens von Golgatha. Unser gesegneter Meister, Jesus, der Herr der Herrlichkeit, beugte sich nieder, um staubige Füße zu waschen – eine Dieneraufgabe! Und vor dem Hintergrund dieser grenzenlosen Demut gab Er ein Neues Gebot: „Liebt einander, *so wie ich euch geliebt habe*.“ Merkt euch das gut! Dies war kein bloßes Nachhallen alter Gesetzlichkeit, sondern ein neuer Maßstab, eine christuszentrierte Liebe, eine kostbare, opferbereite *Agape*-Liebe. Und beachtet auch dies: Erst *nachdem* Judas, die Verkörperung von Eigennutz und Verrat, in die Dunkelheit verschwunden war, wurde dieses Gebot vollständig gegeben. Der Geist des Eigennutzes musste fliehen, damit das Herz wahrer Liebe zum Vorschein kommen konnte!
Was also, liebe Geschwister, bedeutet dies für uns? Gott kann die Unwilligen zwar nutzen, doch Er *sehnt sich* nach willigen Herzen! Er ruft uns nicht zu bloßem äußerem Gehorsam, sondern zu einem freudigen Überfluss eines Herzens, das durch Seinen Geist verwandelt wurde, einem steinernen Herzen, das gegen ein fleischernes ausgetauscht wird. Lasst uns nicht nur Gottes Wahrheit sprechen, wie Bileam, sondern Seine Liebe verkörpern. Denn Wahrheit ohne Liebe wird zu einem sterilen Dekret, und Liebe ohne Wahrheit entbehrt jeder Substanz. Nein, lasst uns „die Wahrheit in Liebe reden“, indem wir die Authentizität unserer christusdurchdrungenen Herzen jedes Wort bestätigen lassen, das wir äußern. Mögen unsere Leben ein lebendiges Zeugnis dieser herrlichen, unwiderstehlichen Liebe sein!
(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)
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