Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden; Zion ist verwüstet, Jerusalem zerstört! — Jesaja 64:9
So bringet nun Frucht, die der Buße würdig ist! — Matthäus 3:8

Author
Charles Spurgeon
Zusammenfassung: Meine lieben Freunde, wir finden unsere tiefste Ruhe in Gottes grenzenloser, unverdienter Gnade, denn wir sind nichts als Ton, völlig abhängig von Seiner souveränen Hand für unsere Erlösung. Doch lasst uns uns nicht täuschen, denn wahre Gnade fordert stets Frucht, die der Buße entspricht. Eine aufrichtige Verwandlung durch den Geist wird eine neue Lebensweise offenbaren, die beweist, dass wir Ihm gehören, indem wir Ihn in jedem Bereich unseres Lebens verherrlichen.
Meine lieben Freunde, welch ein glorreiches Paradoxon, durch das wir uns auf dieser Glaubensreise bewegen! Auf der einen Seite die grenzenlose, unverdiente Gnade unseres Gottes, eine Gnade, so weit, dass sie all unsere Bemühungen, Seine Gunst zu verdienen, in den Schatten stellt. Wie die zerbrochenen Exilierten von einst stehen wir bloß, unsere stolzeste Gerechtigkeit nichts weiter als „schmutzige Lumpen“ vor Seiner strahlenden Reinheit. Wir sind doch nur Ton, nicht wahr? Völlig abhängig von der souveränen Hand des Töpfers, uns zu formen, uns zu erlösen, uns überhaupt zu gedenken! Unsere Erlösung, Geliebte, ist von Anfang bis Ende ein göttlicher Akt, allein in Seinem Bundescharakter verankert, nicht einen Deut in unserem eigenen. Hier soll unsere Seele ihre tiefste Ruhe finden, indem sie allein an Seiner Barmherzigkeit festhält.
Doch lasst uns uns nicht täuschen, denn über die Jahrhunderte hinweg hallt die donnernde Stimme Johannes des Täufers wider, die jede geistliche Selbstzufriedenheit zerschmettert! Er konfrontierte jene, die, sich auf ihre Abstammung berufend, prahlten: „Wir haben Abraham zum Vater!“, während ihr Leben kein Zeugnis wahrer Buße ablegte. Ach, welch ein gefährliches Ding ist ein Glaube, der Privilegien beansprucht, ohne Praxis hervorzubringen! Die Axt, so warnte er, ist bereits an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein bloßer Name, eine Kirchenmitgliedschaft, ein geistliches Erbe – nichts davon wird uns von der Aufforderung abschirmen, „Frucht hervorzubringen, die der Buße entspricht“.
Merkt euch das gut, ihr Lieben: Die Frucht, die Johannes forderte, ist kein Preis, der für Gnade bezahlt wird, sondern der unbestreitbare Beweis dafür, dass die Gnade wahrhaftig in einer Seele Wurzeln geschlagen hat. Eine aufrichtige Verwandlung durch den Geist wird sich in Liebe, Gerechtigkeit, Integrität und Gehorsam manifestieren. Wir sind Gottes Volk nicht durch Geburtsrecht, sondern durch Seine verwandelnde Kraft, die unweigerlich eine neue Lebensweise hervorbringt. Lasst uns daher demütige Abhängigkeit vom Töpfer annehmen und die Frucht fleißig pflegen, die beweist, dass wir tatsächlich Ihm gehören, indem wir Ihn in jedem Bereich unseres Lebens verherrlichen. Das von Gnade berührte Leben *muss* Frucht tragen.
(Quelle: Eine moderne Betrachtung, dem Stil von Charles Spurgeon nachempfunden)
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