
Author
Samuel Caraballo
Zusammenfassung: Prediger 11,9 bietet zwei Zwecke für die Jugend: Orientierung über die Souveränität Gottes und ein Gefühl der Vorsicht und des Urteilsvermögens im Aufruf, die Jugend zu genießen. Alle unsere Handlungen werden vor Gericht gebracht werden, was bedeutet, dass nicht alles, was Vergnügen bereitet oder aus Herzensimpulsen geschieht, der von Gott gesetzten Ordnung entspricht. Der Schlüssel, um ein gottgefälliges Leben zu führen, ist es, Gottes Wort zu bewahren und dem Beispiel und den Handlungen Jesu zu folgen. Nur in Jesus können wir die Vergebung und Transformation finden, die wir brauchen. Vorwärts im Herrn Jesus!
Es steht außer Zweifel, dass die Jugend eine Übergangsphase ist. Wir alle werden jeden Tag „älter“. Doch diese Realität scheint während der Jahre der „Pubertät“ nicht so offensichtlich zu sein. In der Adoleszenz scheinen die Dinge ewig und unerschöpflich zu sein. Wie die Großeltern so schön sagen: „Unschuld ist wagemutig!“
Die Realität ist, dass unsere Jugendlichen in einer Zeit voller Widersprüche leben müssen. Heute haben sich die geografischen Entfernungen durch die sozialen Medien verkürzt. Jedoch hat die Kommunikationsdistanz zwischen Eltern und Kindern erheblich zugenommen. Die Gesellschaft fordert unsere Jugendlichen auf, in ihren Gedanken und Handlungen unabhängig zu sein. Dennoch „hängen“ die Verhaltensmuster tausender unserer Jugendlichen vom „Glamour“ und dem „Aussehen“ der Künstler und Sportler ab, die die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen. Obwohl sie die Energie und die Zeit hätten, die Umwelt und Natur zu erkunden, verbringen Zehntausende junger Menschen lieber „tote“ Stunden mit Videospielen. Angesichts dieser Widersprüche unserer Zeit erteilt Prediger 11,9 eine sehr passende Warnung an die Jugend.
Diese Warnung beabsichtigt nicht, das Glück derer zu trüben, die gerade erst anfangen zu leben. Ganz im Gegenteil, der gegebene Rat hat zwei grundlegende Zwecke für jene, die kurz vor dem Erwachsenenalter stehen.
I. Der erste Zweck ist, den jungen Menschen über die Souveränität Gottes zu unterweisen.
Als ich als Kaplan in den Jugendgefängnissen von Massachusetts arbeitete, traf ich viele Jugendliche, die dachten, dass das Christentum etwas sei, das man bis ins hohe Alter aufschiebt. „Die Jugend ist zum Genießen und zum Vergnügen da. Wenn ich alt bin, werde ich gläubig“ – sagten mir einige. Doch der Prediger hilft uns zu erkennen, dass Gott kein Talisman oder Amulett ist, das wir in einer Truhe verstecken können, um es später zu benutzen. Keine Phase unseres Lebens steht außerhalb von Gottes Hoheitsbereich. Deshalb wird alles, was wir tun, sei es im Alter oder in der Jugend, vor Gericht gebracht werden.
II. Der zweite Zweck ist, ein Gefühl der Vorsicht und des Urteilsvermögens angesichts des offensichtlichen Aufrufs, die Jugend zu genießen, einzuflößen.
Entgegen dem, was viele denken, ist dieser Vers kein Verbot. Prediger 11,9 sagt nicht: „Freue dich nicht, tu nichts, bleibe zu Hause und langweile dich.“ Im Gegenteil, der Vers sagt: „Freue dich, junger Mensch..., und dein Herz sei fröhlich in deiner Jugendzeit.“ Dies ist ein aufrichtiger Aufruf, einen sehr schönen Lebensabschnitt zu genießen, der jedoch nur kurz währt. Andererseits nimmt der Aufruf zum Genuss in der letzten Zeile des Verses eine sehr eigenartige Wendung: „Aber wisse, dass dich Gott wegen all dieser Dinge ins Gericht ziehen wird.“
Die Tatsache zu wissen, dass alle unsere Handlungen von Gott geprüft werden, sollte in uns ein Gefühl der „Vorsicht“ hervorrufen, wenn wir handeln. Dieses biblische Prinzip widerspricht dem „Hedonismus“, der in unserer Kultur vorherrscht. Die Botschaft unserer Gesellschaft an die jungen Menschen ist: „Wenn sich etwas gut anfühlt, oder wenn etwas Vergnügen bereitet, dann tut es.“ Prediger 11,9 hilft uns zu folgern, dass nicht alles, was Vergnügen bereitet, und nicht alle Herzensimpulse der von Gott für die Menschheit geschaffenen Ordnung entsprechen. Aus diesem Grund werden die Handlungen auf der Waage der göttlichen Gerechtigkeit gewogen werden.
Deshalb stellt der Prediger die „Urteilsfähigkeit“ (die Fähigkeit, zwischen dem, was nützlich ist und dem, was nicht nützlich ist, zu unterscheiden) als Schlüssel dar, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Die Frage ist also: Wie kann der junge Mensch seinen Weg rein halten angesichts so vieler Angebote in unserer Gesellschaft? Wie kann der junge Mensch gemäß Gottes Willen leben und so vermeiden, in die Widersprüche dieser Welt zu geraten? Die Antwort ist keine andere als „indem er Gottes Wort bewahrt“, (Psalm 119,9).
Man weiß also, dass sich in Christus das ganze Wort Gottes verwirklicht und erfüllt, (Matthäus 5,17). Deshalb wird das Richtige oder Falsche der Freuden und Impulse der Jugend im Licht des Beispiels und der Handlungen Jesu bestimmt. Das Ermutigendste an diesem ganzen Prozess ist, dass sich in Christus sowohl das Gericht als auch die Erlösung Gottes für die Menschheit offenbart. In Jesus kommen die Mängel in unserem Charakter zum Vorschein. Doch auch in Jesus allein finden wir die Vergebung und die Transformation, die wir so sehr brauchen.
Deshalb „freue dich, junger Mensch, in deiner Jugend“.... aber bedenke, dass nur Jesus die so nötige Orientierung für diese Zeiten der Unsicherheit bietet. Und wenn es wahr ist, dass er alle unsere Handlungen konfrontiert, so ist es doch viel wahrer, dass er alle unsere Unvollkommenheiten vergibt und verwandelt.
Vorwärts im Herrn Jesus!