Die Freude Am Durchfluss: Dem Fluss Vertrauen, Der Niemals Versiegt

Und ein Strom ging aus von Eden, zu wässern den Garten; von dort aber teilte er sich und ward zu vier Hauptströmen.1. Mose 2:10
Und er zeigte mir einen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes ausging, und inmitten ihrer Straßen und zu beiden Seiten des Stromes den Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.Offenbarung 22:1-2
Dr. Ernst Diehl

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Dr. Ernst Diehl

Zusammenfassung: Wir versuchen oft, Gottes Gnade und Ressourcen in spirituellen „Reservoirs“ zu horten, im Glauben, dass Sicherheit in dem liegt, was wir zurückhalten können, doch dies führt nur zu Stagnation. Die umfassende Erzählung der Heiligen Schrift offenbart, dass Gottes Versorgung immer dazu bestimmt war, aus Seiner unerschöpflichen, ewigen Quelle zu fließen. Unsere größte Freude und Sicherheit kommen nicht vom Ansammeln, sondern davon, offene Kanäle zu werden, damit Sein lebendiges Wasser durch uns zu anderen fließen kann. Lasst uns also aufhören, Becken zu bauen, und stattdessen mit offenen Händen leben, im Vertrauen auf die endlose Versorgung unseres Schöpfers.

Hast du dich jemals geistlich ausgedörrt gefühlt, ängstlich davor, dass deine begrenzten Reserven bald zur Neige gehen? In unserer Angst ist unser menschlicher Grundinstinkt, ein Reservoir zu bauen. Wir versuchen, unsere Energie, unsere Ressourcen und sogar Gottes Gnade zu horten, aus Furcht vor einer kommenden Dürre. Wir errichten größere, sicherere und letztlich egoistische Speicherbecken, im Glauben, dass Sicherheit in der Menge dessen liegt, was wir sicher zurückhalten können.

Doch ein Reservoir, sorgfältig bewacht und von einem lebendigen Strom abgeschnitten, wird irgendwann stagnieren. Die umfassende Erzählung der Heiligen Schrift, ein majestätischer hydro-theologischer Bogen von Genesis bis Offenbarung, korrigiert sanft diesen Irrtum. Sie zeigt uns, dass Gottes Versorgung niemals dazu bestimmt war, gehortet zu werden; sie war dazu bestimmt zu fließen.

Die Bibel beginnt und endet mit einem lebensspendenden Fluss, der uns eine tiefgründige Wahrheit über unsere absolute Abhängigkeit von einem unerschöpflichen Gott lehrt. Von Anfang an im Garten Eden war das Leben grundlegend abhängig von einer Quelle außerhalb seiner selbst. Der Fluss floss aus Eden heraus, um den Garten zu bewässern, eine physische Erinnerung daran, dass wir uns für jeden Atemzug und Segen auf den Schöpfer verlassen. Selbst in Zeiten des Exils und der Zerbrochenheit sahen Propheten wie Hesekiel einen wundersamen, heilenden Strom aus dem Tempel fließen, der selbst den kargsten, ödesten Orten plötzlich Leben einhauchte. Der Höhepunkt dieses heiligen Stroms ist der kristallklare Fluss des Wassers des Lebens in der Offenbarung. Entscheidend ist, dass dieser Fluss direkt vom Thron Gottes und des Lammes fließt, was beweist, dass er ewig, unvermittelt und völlig immun gegen Dürre ist.

Als Jesus versprach, dass Ströme lebendigen Wassers aus dem Inneren derer fließen werden, die glauben, identifizierte Er uns als lebendige Kanäle für den Heiligen Geist. Beachtet das Verb, das Er benutzte: fließen, nicht sich sammeln. Die entscheidende Wahrheit, die wir in unserem Streben nach geistlicher Sicherheit oft übersehen, ist diese: Deine größte Freude liegt nicht in der schieren Menge deines Wasserverbrauchs, sondern in der Frische deines Durchflusses.

Wenn wir Reservoirs bauen, handeln wir aus einer Denkweise des Mangels. Wir sind besessen davon, unseren Vorrat zu schützen und verwalten streng, wer unsere Zeit, unsere Liebe und unsere Ressourcen erhält. Doch wenn wir wirklich erkennen, dass unsere Quelle der ewige Thron des Universums ist, sind wir befreit, offene Kanäle zu werden. Je freier wir an unsere Nächsten weitergeben, indem wir die lebensspendende Botschaft des Evangeliums und die praktische Liebe Christi einer durstigen Welt zukommen lassen, desto frischer und lebendiger wird unser eigener Glaube. Es gibt keinen Grund, eine geistliche Dürre zu fürchten, wenn du weißt, dass deine Quelle unendlich ist.

Lasst uns aufhören, uns zu erschöpfen, indem wir größere Behälter bauen, um unseren eigenen Vorrat zu schützen. Stattdessen lasst uns die Ventile öffnen, mit offenen Händen leben und der unerschütterlichen Herrlichkeit und endlosen Versorgung unseres Schöpfers vertrauen.